Projekte

Eine Übersicht aktueller Projekte

Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung
2. Phase

Mit dem Programm „PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung bundesweit fünf Initiativen [Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Schleswig-Holstein] bei der Umsetzung modellhafter lokaler Gesundheitszentren. Die künftigen PORT-Zentren sollen die umfassende Grundversorgung der Bevölkerung in einer Region gewährleisten und eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen aus einer Hand ermöglichen können.

Die neuen PORT-Zentren werden auf den regionalen Bedarf abgestimmt und bieten den Bürgern eine umfassende Gesundheitsversorgung, die auch Prävention und Gesundheitsförderung einschließt. Damit die Versorgung patientenzentriert, koordiniert und kontinuierlich erfolgen kann, arbeitet in den Zentren ein multiprofessionelles Team aus Gesundheits-, Sozial- und anderen Berufen auf Augenhöhe zusammen. Dabei werden neue Potentiale wie eHealth genutzt und die Eigenverantwortung der Patienten gestärkt.

Die Auswahl der künftigen PORT-Zentren erfolgte in einem mehrstufigen Verfahren aus rund 60 Bewerbungen. Im ersten Schritt wurden acht Initiativen über mehrere Monate bei der Konzeptentwicklung von der Robert Bosch Stiftung begleitet und finanziell unterstützt. Aus den erarbeiteten Konzepten hat eine Expertenjury fünf Vorhaben ausgewählt, deren Umsetzung die Stiftung in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt bis zu 2 Millionen fördert. Die Förderung wird begleitet durch Vernetzungstreffen, internationale Fachtagungen, Expertenberatung, Hospitationen im Ausland und einer Studienreise zu vorbildlichen Einrichtungen in Skandinavien.

Zitat:

Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung: „Die Versorgung chronisch kranker Menschen findet vorwiegend in Hausarztpraxen statt, die trotz großen Engagements mit den zunehmenden Herausforderungen im Versorgungsalltag zu kämpfen haben. Auch für Patienten wird es zunehmend schwierig, das erforderliche Netzwerk an Unterstützern zu bilden und zu koordinieren. Wir freuen uns daher (sehr), dass wir mutige Pioniere gefunden haben, die gemeinsam mit uns Impulse setzen für eine Neuausrichtung der ambulanten Versorgung, für eine verbesserte und zukunftsfähige Versorgungsqualität.“

Ergänzung zum Hintergrund:
Die Versorgung chronisch kranker Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen des Gesundheitswesens. Bereits heute werden über 75 Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland für die Behandlung chronisch Kranker benötigt [vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Gutachten „Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit“, 2000/2001]. In den kommenden Jahren wird die Zahl der chronisch und mehrfach erkrankten Menschen weiter zunehmen. Gleichzeitig stehen weniger Gesundheitsfachkräfte zur Verfügung, vor allem in strukturschwachen Regionen.

Das deutsche Gesundheitssystem ist aufgrund seiner historischen Entwick-lung weitgehend auf die Behandlung akuter Erkrankungen ausgerichtet. Trotz einer höheren Zahl an Ärzten und Pflegekräften liegt Deutschland im OECD-Vergleich mit der Höhe der potenziell vermeidbaren Krankenhausaufenthalte (Indikator für die Qualität der Primärversorgung) bei chronischen Krankheiten wie Diabetes und Herzinsuffizienz deutlich über dem Durchschnitt.

Beispiele in anderen Ländern (Kanada, Schweden) zeigen, dass lokale Gesundheitszentren den erhöhten Versorgungsbedarf von chronisch kranken Menschen auffangen und eine umfassende Grundversorgung mit abdecken können.

Weitere Informationen unter www.bosch-stiftung.de/port